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Hagel

Allgemeines und Entstehung

Als Hagel werden Eiskörner ab 0,5 cm Durchmesser bezeichnet, Körner unter 0,5 cm hingegen werden Graupel genannt.

Hagelkörner entstehen in Gewitterwolken, wenn kräftige Aufwinde kleine Eiskörner (gefrorene Regentropfen) in der Luft halten, und an ihnen weitere unterkühlte Wassertropfen festfrieren - der Durchmesser des Hagels nimmt dadurch sukzessive zu - solange, bis das entstandene Korn (bis hin zum Hagelstein) zu schwer für den Aufwind wird und zu Boden fällt.

Dieses stufenweise Anwachsen der Hagelkörner kann man bei genauerem Betrachten an den Anlagerungsschichten des Hagelkorns ablesen. Helle, glasige Schichten deuten auf eine eher feuchtigkeitsintensive Umgebung hin - was bedeutet, dass die Schicht schnell gefroren ist. Hingegen deuten trübe Bereiche auf eher feuchtigkeitsarme Umgebung hin. Die Trübung selbst kommt durch eine Vielzahl von Lufteinschlüssen im Eis zustande.

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Hagelanzeichen bei Gewittern/Unwettern

  • deutliche gelb-grünliche oder rosa Färbung der Niederschlagsstreifen (diese Färbungen dürften dadurch zustande kommen, dass gefrorenes Wasser das Licht so bricht, dass diese Farben sichtbar werden)
  • generell eine sprichwörtliche "weiße Wand" bzw. weiße "Schlieren"
  • im Bereich des Hagelfallstreifens kaum bis keine Blitze
  • sehr scharfe Abgrenzung der Niederschläge bzw. extreme Sichtverminderung innerhalb von Sekunden (muss nicht sein!)
Deutlich sichtbarer Hagelstreifen bei einem Hagelunwetter über Wien am 4. Juni 2011, welches bis zu 4 cm großen Hagel produzierte © Daniel Domany

Schäden durch Hagel

Österreich liegt im geographischen Hagelepizentrum Europas, jährlich gibt es Dutzende Fälle, bei denen der Hagel 2 cm Durchmesser erreicht, weiters kommt es jedes Jahr zu mindestens zehn Unwettern mit Hageldurchmessern von über 4 cm (diese Hagelsteine fallen meistens aus Superzellen) - einzelne Hagelsteine können durchaus auch über 10 cm Durchmesser erreichen.

Neben diesen herausragenden Hagelereignissen gibt es noch unzählige Gewitter mit Hagel im Durchmesserbereich von 1-2 cm. Je nach Hagelintensität bzw. Hagelgröße entstehen unterschiedliche Schadensbilder. Ein kurzer Hagelschauer mit 1 cm-Körnern kann bereits Schäden an jungen Pflanzenkulturen anrichten - bzw. ganze Apfelernten unverkäuflich machen, da sie mit den Dellen, die auch schon solch kleine Hageldurchmesser an den Früchten anrichten, nicht mehr vom Handel angenommen werden.

Eine Superzelle, die im Bereich des größten Hagels 7 cm-Körner vom Himmel wirft, kann Windschutzscheiben von Fahrzeugen durchschlagen und die Karosserie zerstören sowie Menschen schwer verletzen bzw. im Extremfall sogar töten - hingegen ist die Dichte dieses Extremniederschlags in den meisten Fällen so gering, dass Schäden an Maiskulturen beispielsweise schwer bis gar nicht feststellbar sind. Ein intensiver und lange andauernder Hagelschauer mit Korngrößen von 1-3 cm - und über längere Zeit - kann jedoch ein in Blüte stehendes Maisfeld plätten, sodass nur mehr Stummeln übrig bleiben. Nicht selten sind bei solchen Unwettern Hagelschichten von 30 cm bis - in seltenen Fällen - ein Meter zu beobachten.

Vollständige Zerstörung eines Maisfeldes nach einem Hagelunwetter (Klassische Superzelle) am 15. Juli 2010 nördlich von Graz © Gerald Reczek

Hagelintensitätsskala

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Wie oben bereits beschrieben, kann Hagel ein breites Schadensbild hervorrufen. Unterschiedliche Korngrößen und unterschiedliche Massen an Körnern bedeuten auch unterschiedliche Gefahren und Aufprallgeschwindigkeiten. Eine ausführliche und sehr detaillierte Auflistung zeigt die Hagelintensitätsskala von www.hagelinformation.de

© Marco Kaschuba

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