Überflutungen
Allgemeines und Entstehung
Vor allem in einem Land wie Österreich stellen Überflutungen große Gefahr für Leib und Leben dar. Erwähnenswerte Fallbeispiele aus jüngster Vergangenheit sind an dieser Stelle vor allem die Überflutungen im Sommer 2010 im Raum Pinggau, bei dem eine Frau in ihrem Fahrzeug von den Wassermassen mitgerissen und ertrunken ist - sowie die gewaltigen Überflutungen im Sölktal im Sommer 2011, unzählige Häuser und Gewerbebetriebe wurden damals zur Gänze zerstört. Beide Unwetter waren niederschlagsintensive und stationäre orografische Gewitter.
Vor allem kleine Bäche können plötzliche Wassermassen häufig nicht ableiten und sind trotz umfangreicher Verbauungen sehr gefährlich. Diese Überschwemmungen sind dann aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeiten selbst im Flachland gefährlich. Während nur die extremsten Tornados Häuser komplett zerstören, kann eine meterhohe Flutwelle Häuser binnen Minuten zertrümmern und dabei auch noch den Fluchtweg abschneiden!
Gegen diese Gefahr hilft nur die richtige Wahl des Bauplatzes. So schön ein kleiner Bach direkt beim Haus ist, er ist oft die Garantie für schwere Eigentumsverluste alle paar Jahre, und er kann Lebensgefahr bedeuten! Einen gewissen Schutz kann man noch durch massive Ausböschung des Grundstückes erreichen, aber einfacher ist es, einige Meter Höhe und ein paar Dutzend Meter Abstand zu gewinnen.
Eine ganz andere Gefahr bieten wiederum steile Hänge. Gerade bei heftigem Gewitterregen und starker Durchnässung der obersten Schichten des Erdreiches können ganze Hänge in Bewegung geraten, wenn sie steil genug dafür sind. Muren bedeuten, wie Überflutungen, nicht nur Gefahr für das Eigentum, sondern gefährden durch die Geschwindigkeit des Geschehens, durch das Verlegen von Fluchtwegen Leib und Leben. Hiervor schützt einerseits konsequente Hangsicherung, und wirkungsvolle richtige Wahl des Bauplatzes. Flache Hänge bieten sich als sichere Stellen einfach an. Auch bei korrekter Auswahl des Bauplatzes oder einer sicheren innerstädtischen Platzierung sollte jedoch bedacht werden, dass bei extremen Niederschlägen Wassermassen von überfluteten Wiesen, Straßen und Kanälen in die Keller fließen können.
Von einer geringen Überflutung (bei einer Seite hinein, bei der anderen hinaus) etwa bei in den Hang gebauten Häusern bis hin zum Vollaufen der Keller bei Häusern in der Ebene ist jede Gefahr gegeben (dennoch ist bei extremen Sturm der Keller der sicherste Platz!). Es sollte also bei der Lagerung von Gegenständen auf die Gefahr von Wasserschäden geachtet werden, auch bei relativ sicheren Kellern am Hang einige Zentimeter Abstand zum Boden gelassen werden.
Überflutungen sind auch eine Gefahr vor der sich ein Bauer nur schwer schützen kann. Auch wenn es möglich ist, tiefliegende Felder nicht - oder nur als Wiese/Auwald zu bewirtschaften, im Falle großer Wassermassen kommt es unausweichlich zu schweren Schäden in der gesamten Landwirtschaft. Bei leichter Hangneigung (also günstiger Lage) können Schäden durch Abschwemmung aber verhindert werden, indem quer zur Fließrichtung, also zum Gefälle, gepflanzt wird. Hecken z.B. filtern abgeschwemmtes Erdreich aus den Wassermassen.
Nicht zu vergessen - Wasser gefährdet auch Autos. Bereits 30cm Wasser können ausreichen, um Autos aufschwimmen zu lassen und mitzureißen, aber auch einfaches Versinken reicht für massiven Schaden aus. Die richtige Wahl von Dauerparkplätzen und Garagenplätzen kann einen Totalverlust verhindern!
Während der Fahrt stellen Überflutungen natürlich ebenfalls eine besonders große Gefahr dar. Kurze, aber heftige Schauer können schlagartig zu gefährlichem Aquaplaning führen, die durch den Starkniederschlag plötzlich sinkende Sichtweite stellt ebenfalls eine immense Gefahr dar. In solchen Fällen ist vorausschauendes Fahren die einzige Möglichkeit, vor solchen Überraschungen zu schützen.




