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Überflutungen

Allgemeines und Entstehung

Vor allem in einem großteils alpinen bzw. hügeligen Land wie Österreich stellen Überflutungen, Hangrutschungen und Murenabgänge eine große Gefahr für Leib und Leben dar. Erwähnenswerte Fallbeispiele aus jüngster Vergangenheit sind die Überflutungen im Sommer 2010 im Raum Pinggau, bei denen eine Frau in ihrem Fahrzeug von den Wassermassen mitgerissen wurde und ertrunken ist - sowie die gewaltigen Überflutungen im Sölktal im Sommer 2011, die unzählige Häuser und Gewerbebetriebe zur Gänze zerstört haben. Beide Unwetter waren niederschlagsintensive und stationäre, orographische Gewitter.

Hochwasser östlich von Graz, aufgenommen am 04. Juni 2011 © Daniel Loretto

Vor allem kleine Bäche können plötzliche Wassermassen häufig nicht ableiten und sind trotz umfangreicher Verbauungen sehr gefährlich. Diese Überschwemmungen sind dann aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeiten selbst im Flachland gefährlich. Während nur die extremsten Tornados Häuser komplett zerstören, kann eine meterhohe Flutwelle Häuser binnen Minuten zertrümmern und dabei auch noch den Fluchtweg abschneiden!

Gegen diese Gefahr hilft nur die richtige Wahl des Bauplatzes. So schön ein kleiner Bach direkt beim Haus auch sein mag, er ist oft die Garantie für schwere Eigentumsverluste alle paar Jahre, und er kann Lebensgefahr bedeuten! Einen gewissen Schutz kann man noch durch massive Ausböschung des Grundstückes erreichen, aber einfacher ist es, einige Meter Höhe und ein paar Dutzend Meter Abstand zu den Fließgewässern zu gewinnen.

Hochwasser östlich von Graz, aufgenommen am 04. Juni 2011 © Daniel Loretto

Eine ganz andere Gefahr stellen wiederum steile Hänge dar. Gerade bei heftigem Gewitterregen und starker Durchnässung der obersten Schichten des Erdreiches können ganze Hänge in Bewegung geraten, wenn sie steil genug dafür sind. Muren bedeuten, wie Überflutungen, nicht nur Gefahr für das Eigentum, sondern gefährden durch die Geschwindigkeit des Geschehens und durch das Verlegen von Fluchtwegen auch Leib und Leben. Hiervor schützt einerseits konsequente Hangsicherung und wirkungsvolle richtige Wahl des Bauplatzes. Flache Hänge bieten sich als sichere Stellen an. Auch bei korrekter Auswahl des Bauplatzes oder einer sicheren innerstädtischen Platzierung sollte jedoch bedacht werden, dass bei extremen Niederschlägen Wassermassen von überfluteten Wiesen, Straßen und Kanälen in die Keller fließen können.

Von einer geringen Überflutung (bei einer Seite hinein, bei der anderen hinaus) etwa bei in den Hang gebauten Häusern bis hin zum Vollaufen der Keller bei Häusern in der Ebene ist jede Gefahr gegeben (dennoch ist bei extremem Sturm der Keller der sicherste Platz zum Schutzsuchen!). Es sollte also bei der Lagerung von Gegenständen auf die Gefahr von Wasserschäden geachtet werden, und dadurch auch bei relativ sicheren Kellern in Hanglange einige Zentimeter Abstand zum Boden gelassen werden.

Schwere Vermurungen und Überflutungen in einem Gebirgstal © www.wasser-osttirol.at

Überflutungen sind auch eine Gefahr, vor der sich ein Bauer nur schwer schützen kann. Auch wenn es möglich ist, tiefliegende Flächen nicht - oder nur als Wiese oder Auwald zu bewirtschaften, im Falle großer Wassermassen kommt es unausweichlich zu schweren Schäden in der gesamten angesiedelten Landwirtschaft. Bei leichter Hangneigung (also günstiger Lage) können Schäden durch Abschwemmung aber verhindert werden, indem quer zur Fließrichtung, also zum Gefälle, gepflanzt wird. Hecken beispielsweise filtern abgeschwemmtes Erdreich aus den Wassermassen.

Nicht zu vergessen - Wasser gefährdet auch Fahrzeuge. Bereits 30 cm Wassertiefe können ausreichen, um Autos aufschwimmen zu lassen und mitzureißen, aber auch einfaches Versinken reicht für massive Schäden aus. Die richtige Wahl von Dauerparkplätzen und Garagenplätzen kann einen Totalverlust verhindern!

Während der Fahrt stellen Überflutungen natürlich ebenfalls eine besonders große Gefahr dar. Kurze, aber heftige Schauer können schlagartig zu gefährlichem Aquaplaning führen, die durch den Starkniederschlag plötzlich sinkende Sichtweite stellt ebenfalls eine immense Gefahr dar. In solchen Fällen ist vorausschauendes Fahren die einzige Möglichkeit, sich vor solchen Überraschungen zu schützen.

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