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Das Frontgewitter

Frontgewitter in Form der Kaltfrontgewitter treten an der Grenze zu heranrückender Kaltluft, so genannten Kaltfronten, auf, welche für die meisten Frontgewitter verantwortlich sind. Dieser Typ von Gewitter kann zu jeder Jahreszeit auftreten, vornehmlich jedoch während der Sommermonate.

Aufzug eines Kaltfrontgewitters in Salzburg, an der Grenze zu Deutschland. Dieses Unwetter brachte in Oberösterreich verbreitet Orkanböen bis 140 km/h und flächige Sturmschäden (umgestürzte Bäume, abgedeckte Hausdächer) © Gerald Reczek

Die Tropopause ist die obere Grenze der Troposphäre, innerhalb derer sich das Wettergeschehen abspielt. Bei Frontgewittern schieben sich kalte Luftmassen unter die wärmeren bodennahen Luftschichten eines zuvor wirksamen Hochdruckgebiets mit entsprechend sommerlichen Temperaturen und damit verbundenen überhitzten Luftmassen. Die eindringende Kaltfront zwingt durch ihre kalte Luft die erhitzten Luftmassen, aufzusteigen (erzwungene Hebung).

Im Gegensatz zu Luftmassengewittern führen Frontgewitter zu einem Wetterwechsel mit starken Temperaturstürzen. In Mitteleuropa treten die heftigsten Gewitter auf, wenn heiße Mittelmeerluft im Sommer von eindringender polarer Kaltluft abgelöst wird. Kaltfronten und damit verbundene Gewitter sind sehr leicht schon lange vor dem Durchgang der Front zu erkennen, wenn man die auftretenden Merkmale kennt und richtig zu deuten weiß:

Den Aufzug einer Kaltfront markieren zuerst hochliegende Federwolken (Cirruswolken, Ci). Dazu folgt die Bildung von horizontal gereihten Cumuluswolken. In Mitteleuropa zieht diese Bewölkung immer von West bis Nordwest heran. Kennzeichend für eine kräftige Kaltfront ist die rasche Bewölkungsverdichtung. Der Himmel färbt sich bei Blick Richtung Westen immer dunkler, auch wenn noch keine ausgeprägten Wolkenstrukturen erkennbar sind. Mit Fortschreiten der Annäherung werden dann unter der geschlossenen hohen Bewölkung manchmal bänderförmig angeordnete Wolken sichtbar, manchmal auch mit weit herabreichenden Wolkenfetzen. Es handelt sich hierbei um eine sog. Böenfront, welche die Grenze der warmen und kalten Luftmassen markiert.

Böenfront über Seyring, aufgenommen am 08. Juni 2011 © Manuel Ecker

Unter der Böenfront ist mit den kräftigen Sturmböen zu rechnen.

Hinter der Böenfront (Böenwalze) kann man dann den Niederschlagsbereich des Frontgewitters erkennen, spätestens jetzt ist es höchste Zeit sich einen sicheren Ort zu suchen! Die meisten Blitze des Frontgewitters befinden sich im Niederschlagsbereich hinter der Böenfront. Doch es gibt auch Blitze, welche mehrere Kilometer vor der Böenfront einschlagen können! Diese Blitze sind besonders gefährlich, da an diesen Orten der Niederschlag noch nicht eingesetzt hat und dadurch Gebäude und Wälder in Brand gesetzt werden können, oftmals wird das Feuer dann auch vom auflebenden Wind angefacht und verbreitet.

Auch für sich im Freien aufhaltende Personen ist diese Zone des Gewitters sehr gefährlich, denn viele Menschen leben im Irrglauben, wenn es an ihrem Standort nicht regnet, dann könnten sie auch nicht vom Blitz getroffen werden. Wie erwähnt jedoch oftmals ein fataler Irrtum!

In der Regel geht bei Kaltfrontgewittern die Hauptgefahr von Hagelschlag und vor allem von schweren geradlinigen Sturmböen aus.

Es gilt die Merkregel, dass je tiefer die Wolkenfetzen der Böenfront (Wolkenzähne) zum Boden herabreichen, desto schwerer sind die zu erwartenden Sturmböen. Je nach Wetterlage (nicht jede Gewitterlage vor einer Kaltfront ist gleich, auch wenn die wesentlichen Merkmale oft ähnlich sind!) können auch schwere Downbursts und Tornados auftreten.

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